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Radfahren an kleineren Flüssen

Fuhse-Radweg

 

Etappe 3

Die Fuhse, dieser kleine, lange Jahre durch Industrie-Abwässer geplagte Fluss, ist unser Wegbegleiter von ihrer Quelle bis zur Mündung in die Aller in Celle.

Salzgitter-See - Lengede - Steinbrück - Ilsede

Mit dem Ende des Salzgitter-Sees ist leider auch das Ende des Fuhse-Radweges auf dem Gebiet der Stadt Salzgitter erreicht. Ab hier dürfen wir wieder vorhandenen Straßen und Wirtschaftswegen folgen, die uns erst einmal nach Lengede führen.

Lengede

Hier sollte man unbedingt die Gedenkstätte für das Grubenunglück von 2563 im Schacht Mathilde besuchen. Damals geschah das Wunder von Lengede: Durch einen Wassereinbruch wurden 129 Bergleute unter Tage eingeschlossen. Die meisten von ihnen konnten sich selbst retten oder nach und nach gerettet werden, 11 davon wie durch ein Wunder noch 14 Tage nach dem Unglück.

Nach der Besichtigung ist es Zeit für eine ausgiebige (Nach-)Mittagspause. Im Hotel Christiano gibt gab es eine durch die Hauptstraße etwas laute Terrasse. Dafür entschädigt die Aussicht auf ein vorbildlich restauriertes Bürgerhaus und das gut zubereitete und freundlich servierte Mittagsmahl. Das Hotel Christiano mit Restaurant gibt es nicht mehr. Es ist vermutlich auch der Corona-Krise und ihren Folgen zum Opfer gefallen.

Von Lengede aus bieten sich zwei Wege nach Steinbrück an:
· südlich der Fuhse über Woltwiesche
· nördlich der Fuhse über Klein- und Groß-Lafferde ***

Wir wählen die nördliche Variante und werden mit langen Geraden bis zum Horizont 'bestraft'. An unserem Fahrtag war das ok, bei viel Sonne, angenehmen Temperaturen und kaum Wind. Mit Westwind und womöglich noch Regen eine schreckliche Strecke. Hier macht sich die intensive landwirtschaftliche Nutzung der Gegend doch sehr unangenehm bemerkbar. Es bleibt wohl späteren Zeiten vorbehalten, hier näher an der Fuhse einen Weg für Radfahrer und Wanderer zu schaffen. Teilstücke gibt es ja, doch sind sie immer wieder unterbrochen, oder es fehlt die eine oder andere Brücke. Als interessantere Variante für einen zu schaffenden Radweg böte sich dann die südliche Variante an über Woltwiesche und Steinbrück.

*** Planungen für eine Weiterführung des Fuhse-Radwanderweges
... ist für Lengede weiterhin das Handlungsfeld VI "Natur und Landschaft" von Bedeutung, hier insbesondere die Leitprojekte <...> VI.1.2 "Fuhse-Radwanderweg"... (Quelle: Dorferneuerungsplan für den alten Ortskern von Lengede (2008-2009), S16.)
... Auch das übergemeindliche Konzept des Fuhse-Radwanderweges, dessen Verlauf im Bereich Lengede noch nicht festgelegt ist, wird den Standortfaktoren Naherholung und Tourismus nachhaltige Impulse verschaffen... (Quelle: ebenda, S29.)

Was daraus geworden ist, konnten wir leider bisher nicht in Erfahrung bringen.

Steinbrück

Doch wie geht es mit uns weiter? Wir dürfen zum Glück die L472 am Ortseingang von Klein-Lafferde wieder verlassen, da es ab hier einen landwirtschaftlichen Weg parallel zur Landesstraße gibt. Am Ortseingang von Groß-Lafferde noch einmal rechts-links, dann rollen wir direkt auf die B1 zu. Ihr folgen wir ein Stück nach links in westlicher Richtung, um mal wieder einen Blick auf die Fuhse werfen zu können, die hier von der B1 überbrückt wird. Direkt an der Brücke liegt auch ein Gasthaus, in dem man recht günstig übernachten kann konnte. Doch die naheliegende Burg lockt. So erweitern wir unsere Route um einen Abstecher nach Steinbrück, um die ehemalige Burg oder die Kehrwieder-Kirche anzuschauen. Von der Burg sind nur noch Teile erhalten. Aber auch so wirkt sie noch sehr beeindruckend. Vor allem der mehrstöckige Palas lässt die einstige Größe der Burg erahnen. Immerhin hat sie eine wichtige Rolle in etlichen Auseinandersetzungen früherer Jahrhunderte gespielt, so in der Hildesheimer Stiftsfehde.
Unser Weg aber führt hier nicht weiter. So kehren wir zurück über die Fuhsebrücke zur ehemaligen Zuckerfabrik. Dort geht es links ab nach Norden. Man muss nur darauf achten, dass man nicht auf dem Fabrikgelände landet. Also vorher noch einmal links abbiegen und gleich wieder rechts, dann am Zaun entlang. Kurz darauf nähern wir uns der Bahnstrecke, die einst Lengede mit Peine verbunden und die Schächte in Ilsede und Bülten bedient hat. Wir unterqueren sie an der zweiten Unterführung, wenden uns aber sofort wieder nach links in den Fahrweg, der uns rasch nach Gadenstedt bringt.

Gadenstedt

In Gadenstedt biegen wir rechts auf die Hauptstraße ein (Am Breiten Tor), die wir aber kurz darauf nach links wieder verlassen, um leicht ansteigend auf der Straße "Am Thie" zum "Junkernberg" zu gelangen, dort links ab und der Straße folgen (im weiteren Verlauf "Am Gartenberg" bzw. "Landwehr" genannt). Sie führt direkt auf die ehemalige Ilseder Hütte zu.

Vorher jedoch lockt alle Badefreudigen das Freibad "Am Bolzberg". Wir bewundern allerdings nur die mörderischen Fahrradständer aus den 60er Jahren. Ob die wohl schon unter Denkmalschutz stehen? Wert wären sie es auf jeden Fall, nur sein Fahrrad sollte man dort nicht hineinstellen. Ein leichter Schubs oder ein Windstoss, schon ist die Felge verzogen.

Ortsdurchfahrt Gadenstedt
Ilsede

Unser Zwischenziel ist jedoch die Ilseder Hütte, also weiter. Nach ungefähr einem Kilometer biegen wir rechts in die Vorfahrtstraße ein, um gleich hinter den Gebäuden linkerhand die Bahn querend - nicht ganz offiziell - auf das Gelände der ehemaligen Hütte zu gelangen. Erster Eindruck: enttäuschend, eine fast leere Industriebrache, auf der noch der charakteristische Wasserturm steht, die Gebläsehalle und zwei, drei kleinere Nebengebäude. Das war's. Ach ja, eine Lok steht noch auf einem Abstellgleis, die deutlich macht, dass auch dort nichts mehr läuft. Die andere Hälfte wurde umgewandelt in ein modernes Gewerbegebiet, sicher notwendig und sinnvoll für die Gemeinde Ilsede.
Am Ausgang biegen wir links ab auf die Hauptstraße, die wir nach Überqueren der Fuhse nach rechts wieder verlassen (Schäferstraße), um dem Flusslauf weiter nach Norden zu folgen. Gleich hinter dem Übergang über die ehemalige Erzbahn geht es scharf links auf kleinen Wegen. Wir überqueren die Bahn noch einmal, fahren kurz wieder Richtung Ort, biegen aber gleich wieder rechts ab, um die Bahn ein drittes Mal zu queren. Nach dieser ZickZack-Tour landen wir auf einem Wirtschaftsweg, der uns weiter nach Norden führt auf das Gelände des Schachtes Emilie.

Ortsdurchfahrt Ilsede, Bülten

Doch auch hier ist nicht mehr viel zu spüren vom Geist des Bergbaus, so dass wir das Gelände zügig durchqueren. Auf der Hauptstraße wenden wir uns wieder nach rechts bzw. Norden auf Handorf zu. Da wir nicht der Kreisstraße folgen wollen, durchqueren wir den Ort, um auf dem Langen Damm die Brücke der B65 über den Mittellandkanal zu erreichen, die uns nach Peine hinüber leitet.

Ortsdurchfahrt Handorf

Das war der dritte Abschnitt unserer Fuhse-Tour. Mal schauen, was der weitere Weg uns bringt.

Weiter zum 4. Abschnitt oder zurück zur Startseite der Fuhsetour.

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