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Alme-Möhne-Soest-Tour  

Tour Almetal, Möhnetal und -see, Soest, Dissen (178 km) (fotos © ul 2008-08-30/31)
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Am Wochenende Zeit ... und Lust auf Fahrradfahren?

13 Jahre hat es gedauert. Doch nun ist auch diese Tour fertig beschrieben. Sie wird hier hervorgehoben, weil sie immer noch aktuell ist.
Daher gilt hier noch unser Tipp für eine Wochenend-Tour, die zwei unbedingt sehenswerte Städte, zwei landschaftlich schöne Bahntrassen-Radwege, einen großen See und viel Landschaftserlebnis bietet. Kleiner Wermutstropfen: Einmal muss man einen richtigen Berg überwinden - zwischen den Tälern der Alme und der Möhne. Aber Schieben zwischendurch ist ja weder verboten noch eine Schande.

Bei den Flussnamen ahnen einige vielleicht schon, welche Gegend hier gemeint ist. Die Tour startet in Paderborn, der Bischofsstadt mit den vielen Quellen. Ja, hier mitten in der Stadt sprudeln über 200 (!) Quellen der namensgebenden Pader. So ergiebig wie das Quellgebiet so kurz ist dieses Flüsschen: etwa vier Kilometer. Es ist damit der kürzeste Fluss dieser Größenordnung in Deutschland. Wenn man es einrichten kann, sollte man bereits am Freitag anreisen, um ein wenig den Startort zu erkunden. Es lohnt sich.

Am nächsten Morgen beginnt die Tour am Hauptbahnhof. Zuerst einmal 'hintergehen' wir den Bahnhof und biegen ein in die Wollmarktstraße, der wir bis zur Barkhausener Straße folgen. Hier links ab. Die Straße führt direkt in das Almetal. An der Autobahnunterführung treffen wir auf den Alme-Radweg, gekennzeichnet mit einem sechseckigen, blauen Logo "Alme-Radweg". Folgt einfach der Beschilderung bis Siddinghausen. Der orangene Pfeil auf den Schildern steht für 'unsere' Richtung, also Fahrtrichtung Brilon.

Ab Siddinghausen geht es dann zur Sache. Wir verlassen den Alme-Radweg, indem wir den Weiner Kirchweg weiter bergauf fahren bis zu seinem Ende. Hier fahren wir quasi geradeaus weiter in die Leostraße - oder legen eine Verschnaufpause ein, in der wir uns die St.-Johannes-Baptist-Kirche ein wenig anschauen können. Am Ende der Leostraße geht es rechts ab in die Sidagstraße (K65), die auf direktem Weg nach Kneblinghausen führt, übrigens zum Teil auf Römerspuren, die hier auch schon Wege angelegt hatten. Spuren und Informationen finden sich am Ort des einstigen Römerlagers.
Hinter Kneblinghausen verlassen wir wieder die Höhe und wenden uns abwärts dem Möhnetal zu. Nach einer erfrischenden Schussfahrt durch den Wald stoßen wir jenseits der B516 auf den Pengel-Anton-Radweg, der auf der Trasse der ehemaligen Möhnetalbahn von Brilon her kommt. Wir bewegen uns etwa 500 Meter straßenbegleitend. Dann verschwenkt der Radweg nach links auf bestehende aber fast immer gut zu befahrende Wald- und Wirtschaftswege, die uns verkehrsfrei nach Belecke begleiten. In Belecke trifft der Radweg jenseits der B55 wieder auf die ehemalige Bahntrasse, der wir von da an bis zum Möhnesee folgen.
Wer will, kann hier gleich weiter auf der Trasse nach Soest hinunter radeln. Es lohnt sich jedoch, dem Möhnesee ein wenig Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, vielleicht auch der Gastronomie für eine kleine Kaffeepause. Manch einer möchte vielleicht auch den Sprung in's kühle Nass wagen. Dazu den Radweg an der Straße 'Zum Blomenhof' verlassen und nach links in die Bahnhofstraße abbiegen. Direkt gegenüber stossen wir rechter Hand auf mehrere Lokale am Seeufer («Toni's»: öffnet erst um 17 Uhr - «Die Olive und der Waldspaziergang» die Strandbar «uferlos» mit Karibik-Flair und Strandbad.
An östlichen Ende des Sees ist die gastronomische Landschaft verödet. In der Nähe gibt es das imbissartige Biker's In und den Grill am Damm.

Nach der Kaffee-/Badepause wartet die Schussfahrt nach Soest auf uns. Dazu einfach an den Ausgangspunkt für die Seerunde zurückkehren und nach einer Kehrtwende scharf links dem Pengel-Anton-Radweg weiter folgen. Er führt in großzügigen Serpentinen auf Soest zu. An der A44 endet der Radweg auf der Bahntrasse und wird fortan auf eigenen Wegen (Kiepenkerl-Weg) bzw. an Straßen in einem großen Bogen nach Norden weitergeführt bis zum Bahnhof der Stadt. Man kann aber auch vorher Richtung Zentrum abbiegen oder direkt sein Übernachtungsziel ansteuern. Soest bietet Übernachtungs-Möglichkeiten verschiedenster Art. Ach ja, zwei Nächte sind manchmal einfacher zu buchen und lohnen sich auf jeden Fall angesichts der zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir nutzen den Samstagabend für einen ausgiebigen Stadtbummel bei sommerlichem Wetter. Am Ende dieses schönen Tag es wünschen wir uns, dass am Sonntagmorgen wieder die Sonne lacht für die zweite Etappe...

2. Etappe - Rückfahrt von Soest nach Dissen

Ja, das tut sie dann auch. Wieder kündigt sich ein sonniger Tag an, als wir morgens aufstehen. Von Soest aus geht es anfangs auf Kreisstraßen weiter, immer in nördlicher Richtung. Das Spektakuläre liegt hinter uns. Die Rückfahrt zeigt so gänzlich andere Aspekte des Radfahrens. Ländliche Etappen wechseln ab mit Flussquerungen, kleinen und größeren Ortschaften, sehenswerten Gutshöfen. Aber auch hier warten einige kleinere Anstiege darauf, bezwungen zu werden.

Soest-Beckum
Es ist Sonntag. Die meisten schlafen noch, als wir durch Soest auf den Hauptbahnhof zu radeln. Nein, wir wollen nicht mit der Bahn fahren, sondern nur den Tunnel nutzen. Dadurch vermeiden wir weitgehend die großen Straßen. Auf der Rückseite geht es in Serpentinen wieder auf Straßenniveau. Über den Vorort Walburgerhofe lassen wir die schöne Stadt hinter uns und folgen nun immer der K36 bis Hovestadt. Hier lohnt sich ein Abstecher in den Schlossgarten. Direkt dahinter queren wir die Lippe, um auf der anderen Seite nach Herzfeld hinein zu radeln. Wir kommen direkt an der ebenfalls sehenswerten St.-Ida-Basilika vorbei, die erst 1903 erbaut worden ist, genau an der Stelle, an der vorher die alte Kirche gestanden hat.
Von Herzfeld aus radeln wir weiter in nördlicher Richtung, verlassen gleich hinter dem Ort die Kreisstraße, um nunmehr auf asphaltierten Wirtschaftswegen weiter zu fahren. Es geht erst einmal eben und flott dahin bis kurz vor Beckum. Die Beckumer Berge kündigen sich mit ersten Steigungen an. Wir umfahren den Ort östlich, da es wenig Vergnügen macht, diese durch die Zementindustrie zu groß geratene Stadt zu durchqueren. Für eine Rast wäre es außerdem noch viel zu früh.

Beckum-Beelen
Über den Abschnitt von Beckum nach Beelen kann man nicht ganz so viel berichten. Hinter Beckum queren wir erst die Autobahn A2, dann eine größeres Waldgebiet und schließlich die Bahnstrecke von Bielefeld nach Hamm. Danach wird die Landschaft wieder flacher. Es geht vor allem durch locker besiedeltes Bauernland. Erst bei Ostenfelde, dessen Zentrum leider von Durchgangsstraßen zerschnitten ist, treffen wir auf die sehenswerte Anlage von Haus Vornholz. Anschließend gilt es, einen Golfplatz zu durchqueren. Manchmal machen Helme eben doch Sinn. Bis Beelen setzt sich die bäuerliche Landschaft fort. Äcker, Wiesen, kleine Waldstücke wechseln sich ab mit kleinen und größeren Gehöften.

Beelen-Dissen
In Beelen treffen sich Axtbach und Beilbach. Hat in der Mitte der Henker gewirkt? Doch heute ist alles friedlich hier, bis auf den Autoverkehr. Die Bundesstraße 64 verläuft mitten durch den Ort. Doch mit einigem Zickzack entgehen wir dem meisten Verkehr und gönnen uns erst einmal eine leckere Eispause bei Lino am Kirchplatz ohne Kirche. Denn die liegt etwas weiter östlich und ist mal wieder dem heiligen Johannes Baptist gewidmet. Sie ist als vierter Kirchenbau erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erbaut worden. Anscheinend sind die Kirchen dabei immer weiter vom Kirchplatz weg gewandert?
Wie dem auch sei, wir wollen weiter. Es geht wiederum nach Norden aus dem Städtchen hinaus. Das Landschaftsbild ändert sich wenig, Äcker, Wiesen, Wäldchen, Gehöfte. Alles wie gehabt. Doch wenn man so auf kleinen Straßen durch diese Gegend radelt, hat das auch etwas sehr Entspannendes an sich.
Bald hinter Beelen queren wir die Ems, die sich hier kanalisiert und recht harmlos zeigt. Auf der anderen Seite geht es mit einem kleinen Schlenker nach Osten an Greffen vorbei und an den Baggerseen Greffener Mark. Sie sind den Angel'sportlern' vorbehalten. Danach folgt ein ebenfalls kanalisiertes Flüsschen, die Hessel. Und schon radeln wir an Peckeloh vorbei auf Versmold zu.
In Versmold lohnt noch eine letzte Pause, bevor wir uns auf den Weg zum Bahnhof in Dissen machen. Denn den hat Versmold schon länger nicht mehr. Wie in vielen Städtchen wurde aus dem Bahnhof ein Bushof. Wenn man von dort der Münsterstraße folgt, landet man im Zentrum des Ortes, das mit etlichen Geschäften, Eiscafé, Bäckereien und einer Pizzeria zum Verweilen einlädt.
Wenn wir dann genug gesehen haben, radeln wir ein Stückchen die Münsterstraße zurück, biegen rechts in die Gartenstraße ein und landen wieder auf unserer vorgegebenen Spur (Track). An der Bundesstraße unbedingt links abbiegen und gleich wieder rechts, schon landet man in den Auen des Aabaches und kann im Grünen aus dem Städtchen radeln. Der weitere Weg führt über den Stadtring, ein Stückchen Hauptstraße, Dann können wir wieder halbrechts in die Nebenstraßen-Idylle eintauchen, die hier je nach Vorlieben appetit- oder ekelerregend duftet. Wir kommen nämlich gerade an einer der zahlreichen Wurstfabriken des östlichen Münsterlandes vorbei.

Ein paar Kilometer weiter queren wir dann die im Foto vorgestellten Feldbahngleise, die wohl mal dem Transport von Ton für eine Ziegelei gedient haben und später touristisch genutzt wurden. Inzwischen sind die Gleise zugewachsen und Kühe weiden zwischen ihnen. Auch die letzten Kilometer bis Dissen führen uns durch die oben beschriebene Mischung aus Gehöften, Wäldchen, Feldern und Wiesen. Kurz vor der A33 halten wir uns links, queren die Umgehungsstraße und treffen bald auf die Bahnhofstraße, die uns zu selbigem bringt.
Hier kommt stündlich der Haller Willem vorbei, der uns wahlweise nach Osnabrück oder Bielefeld befördert. Dort erreichen wir alle möglichen Fernzüge, wenn wir diesen Städten nicht noch einen Tag widmen wollen. Auch das würde sich lohnen. Vor allem Osnabrück weist eine sehr schön restaurierte Altstadt auf und ein lebendiges Kultur- und Geschäftsleben.
© ug 2008

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