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Barrier Schluchtenweg

hiking Kleine Wanderung durch Höhen und Tiefen (© ga&ul 2018-11)

Barrier Schluchtenweg

Diese Runde wird man so in keinem Wanderführer finden. Wir waren selbst überrascht, was die Landschaft zu bieten hat, die von der B6 aus betrachtet eigentlich überhaupt nichts Spektukuläres an sich hat. Aber wie so oft muss man manche Dinge gründlicher angehen, um ihren Wert zu erkennen.

Start am Hachestadion
Ausgangspunkt für diese Wanderung ist das Hachestadion im Syker Friedeholz. Hier parken und starten wir, um auch die Wolfsschlucht mit einzubeziehen. Sie ist aber eigentlich gar keine Schlucht natürlichen Ursprungs sondern durch Sandabbau entstanden. Da sie trotzdem reizvoll ist, wird sie immer wieder als Ort für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Auf dem Weg zur Schlucht und weiter zum Syker Friedhof begegnen uns immer wieder geschnitzte Skulpturen, so das Handzeichen oder die Wellenform. Der Friedhof selber strahlt im Herbstsonnenlicht eine ganz eigene Atmosphäre aus. Über einen kleinen Hinterausgang gelangen wir wieder in den Wald, wandern an ihm entlang, bis nach links ein Weg abzweigt, der uns in die freie Landschaft führt.

In die Schluchten
Von hier oben hat man jetzt immer wieder Ausblicke über das Hachetal. Von der unten verlaufenden B6 mit ihrem Trubel bekommt man nicht viel mit. Dafür fallen die übervollen Beerensträucher ins Auge. Es war ein Fruchtjahr, in dem wir diese Wanderung unternommen haben, übervolle Obstbäume und -sträucher überall trotz der großen Trockenheit des Sommers. Am Ende des Weges wenden wir uns nach rechts und kurz darauf wieder nach links. An einer kleinen, gradlinig angelegten Schonung vorbei laufen wir auf einen Waldstreifen zu. Vor dem Wald biegen wir in einen Pfad am Waldrand ein und sind völlig perplex. Rechts von uns tut sich ein Taleinschnitt auf, ein alpines Trogtal im Miniaturformat, vermutlich eine Ablaufrinne aus der Eiszeit. Große Buchen stehen darin und werfen wie wir lange Schatten. Bevor der Pfad sich in das Tal hinabwindet, lädt eine Bank in der Sonne zu einer kleinen Rast ein - Bock's Ausblick steht darauf - und die Aussicht ist wirklich schön.

Am Ortsrand von Barrien entlang
Wie bereits angedeutet geht's jetzt erst einmal bergab und weiter in einem großen Bogen durch die Schlucht, bevor wir wieder bergan steigen. Oben angekommen - 'Am Schwarzen Berg' heißt der Weg hier oben - durchlaufen wir eine kleine Siedlung in nördlicher Richtung. An der Hauptstraße angekommen muss man sich entscheiden: Links geht es zum Buch&Café Seitenblick, in dem man ein wenig sein Leib- und Seelenwohl pflegen kann. Bei uns siegt die Neugier auf den weiteren Weg. Also biegen wir rechts ab. Nach etwa hundert Metern geht es links in eine kleine Siedlung. Doch vor dem ersten Haus führt unser Weg gleich wieder nach links und - wieder überraschend - nach rechts ziemlich steil hinunter in eine weitere 'Schlucht'. Unten eine schöne Überraschung: Ein verwunschener Weiher, gesäumt von Weiden, erstreckt sich ein ganzes Stück weit nach links. Wir folgen dem Weg am Weiher entlang, umrunden ihn gewissermaßen. Am Ende geht es wieder nach links, immer am Waldrand entlang. Vor der nächsten Siedlung biegen wir rechts ab. Der Weg, anfangs mehr ein Pfad, führt nun ostwärts auf den Golfplatz des Syker Golfclubs zu. Am Ende des Waldes läuft er noch ein Stück weiter am Golfplatz entlang. Doch hier ist Vorsicht geboten. Als wir dort liefen, machte es plötzlich "Klong", und ein Golfball landete kurz vor uns auf dem Weg. Zum Glück hatte ihn der Buschstreifen abgelenkt.

Zurück zum Friedeholz
Derart abgeschreckt biegen wir ganz schnell auf dem nächsten Weg rechts ab. Aber keine Angst, hier hätten wir ohnehin lang gemusst. Der Weg führt wieder in die freie Landschaft hinaus, auf eine Anhöhe zu, auf der sich ein Windrad dreht. Von dort oben hat man eine tolle Aussicht nach Norden auf die tiefer gelegene Landschaft an der Weser. Bei etwas Glück sieht man die Türme von St. Petri in der Bremer Altstadt. Da es hier oben meist zugig zugeht, zieht es uns bald weiter. Wir queren die Landstraße nach Okel und laufen durch weite Ackerflächen wieder auf das Friedeholz zu. Nach etwa dreihundert Metern treffen wir auf einen alten Heerweg. Hier biegen wir links ab und folgen ihm geradeaus bis an den Waldrand. Am Waldrand entlang laufen wir nun wieder windgeschützt so weit, bis etwa zweihundert Meter vor dem Friedhof ein Weg in den Wald nach links hinein abzweigt. Er führt zurück zur Wolfsschlucht. Wir durchlaufen die Schlucht und gelangen über den ursprünglichen Weg am 'Handzeichen' vorbei zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung am Hachestadion.

Einkehr in Barrien oder Syke
Gab's nicht auf unserer Tour. Aber es bieten sich an: Der Bäcker im Edeka-Markt, das Buch&Café Seitenblick oder ab 17 Uhr Connys Schnitzelhaus an der B6 oder - am Ende der Wanderung - die Lokale der Syker 'Fressmeile' an Herrlichkeit und Mühlendamm.

Fazit
Uns hat diese kleine Wanderung viel Freude bereitet, vor allem durch die unerwarteten Höhen und Tiefen. Der Wechsel zwischen Wald, weiter Landschaft mit Ausblicken, kleinen Tälern und Siedlungen trägt dazu bei, dass die Wanderung nicht langweilig wird.

Man kann den alten Ortskern von Barrien mit einbeziehen. Dann muss man allerdings in Kauf nehmen, dass man längere Abschnitte an Straßen entlang läuft (zusätzliche Strecke ca. 1,5 Kilometer).

ug 2018/11/16
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